PSYGA-Nachrichten für das Jahr 2002 

Liebe Mitglieder und Freunde des Fördervereins! 

Schon lange haben Sie nichts mehr von unseren Vereins-Aktivitäten gehört. Dies heißt aber nicht, dass wir untätig waren. So sollen diese PSYGA-Nachrichten wiederum dazu dienen, Sie über den Förderverein auf dem Laufenden zu halten. Auf die finanzielle Seite des Fördervereins möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, sondern verweise auf unser Protokoll der diesjährigen Mitgliederversammlung.

Leider hatten die Hagsfelder Werkstätten Karlsruhe (HWK) ihre Fertigungsstrategie geändert, so dass unser Kreuzmuster-Trainer (KMT) dort nicht mehr komplett hergestellt werden kann, da sie nur noch Aufträge bearbeiten, die überwiegend von den behinderten Mitarbeitern ausgeführt werden können. Nun haben wir folgende Lösung gefunden: Der Zuschnitt des Gerätes wird über die HWK erfolgen, den Zusammenbau übernimmt der PSYGA. Hierbei haben wir treue und geschickte Helfer: Herr Bohrmann, der schon von Anfang an bei der Herstellung des KMT dabei war – denn er stellte uns nach der Bauanleitung von Herrn Maurer den Prototyp her – wird uns hierbei helfen. Er ist in seiner ganzen Nachbarschaft für seine handwerkliche Geschicklichkeit bekannt, so dass wir sehr erleichtert und ihm auch sehr dankbar dafür sind, dass er uns in dieser Art und Weise unterstützen wird.

 

In Kürze werden die ersten KMT also „IKEA-like“ an uns geliefert. Da die Nachfrage von Eltern so groß ist, haben wir gleich 15 Stück geordert. Diese werden zunächst gelagert und eines nach dem anderen von Herrn Bohrmann gefertigt und an die Familien verschickt. Die Bauweise wurde im Lauf der letzten Monate „verfeinert“ (d.h. das Gerät ist nun noch besser individuell abwandelbar): Der aktuelle Stand sieht so aus, dass dieses Gerät mit Stangen versehen ist, an denen man ein Tuch (oder auch zwei) zur Stabilität des Kindes befestigen kann. Da dies manchen Kindern zu wackelig ist, gehört seit kurzem noch ein „Brettsystem“ dazu, welches von den Eltern selbst ausgepolstert wird. Über dieses Brett kann das Kind stabil und ruhig im Vierfüßlerstand bleiben, während die Extremitäten bewegt werden. So kann nun jede Familie jeweils selbst ausprobieren, womit sie besser zurecht kommt. Im Oberkörper extrem instabile Kinder profitieren von beiden System zusammen am meisten: Der Oberkörper liegt auf dem gepolsterten Brett und die Schulterpartie kann noch zusätzlich von einem Tuch (welches von einer Stange zur anderen geführt wird) stabilisiert werden. Die überwiegende Mehrheit der Kinder kommt sehr gut mit diesem Gerät zurecht, so dass hierüber intensiv trainiert werden kann und trotzdem die Mutter nicht von der Organisation her überfordert ist, da sie die Übung alleine durchführen kann und keine weiteren Helfer benötigt.

Auch der Einsatz des Brain Boy Universal zum Wahrnehmungstraining hat weiter zugenommen. Die ersten Geräte dieser Art wurden uns auch bereits wieder zurück gegeben, da durch ein intensives Wahrnehmungstraining (natürlich nie isoliert mit diesem Gerät, sondern zusammen mit Kreuzmusterübungen etc.) sich die schulische Situation so entspannt hat, dass versuchsweise mit dem gesamten Programm pausiert werden konnte! Inzwischen haben wir auch Geräte im Einsatz, die nicht längerfristig zum Training, sondern nur kurzfristig für einen Monat zur Diagnostik ausgeliehen werden. Dies kann natürlich nur geschehen, wenn die Eltern im Ablauf der gesamten im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie eingesetzten Diagnostik eingearbeitet sind. Wie dieses Modell angenommen wird, lässt sich noch nicht sagen, da es noch recht neu ist. Das langfristige Ausleihen zum Training wird sehr gut angenommen. Meistens müssen wir auch schon mit einer kleinen Wartezeit arbeiten.

Des weiteren wurde das Angebot bezüglich der SAMONAS-Therapie intensiviert, da der PSYGA jetzt einen Knochenleitungskopfhörer besitzt, der ebenfalls ausgeliehen werden kann. Auch dieses Projekt läuft gerade an. Wir haben so lange gewartet , bis über das SAMONAS-Klangstudio (Lambdoma) die Möglichkeit geschaffen worden war, dass das Gerät nach Rücklauf auch von uns selbst durchgecheckt und überprüft werden kann.

 Nun noch zu unserem Projekt „PSYGA in der Schule“. Untenstehend das Antwortschreiben des Sozialministers des Landes Baden-Württemberg Dr. Repnik, den wir über unser Projekt informiert hatten. Folgende Schulen bzw. Kindergärten beteiligen sich zur Zeit an diesem Projekt: Die Hans-Thoma-Schule Gaggenau, die Hans-Thoma-Schule Rastatt, das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium Rastatt, die Grundschule Selbach, die Max-Jäger-Schule Rastatt, die Karlschule Rastatt, das Tulla-Gymnasium Rastatt sowie die Kindertagesstätte Rheinau Nord Rastatt. 3 weitere Schulen kommen vermutlich bald noch hinzu (Osnabrück, Würzburg sowie aus der Nähe von Heilbronn).

Mittelpunkt der ganzen Bemühungen bei „PSYGA in der Schule“ sind weiterhin Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Lese-Rechtschreib-Schwäche oder auch Rechenschwäche.

Das Treffen zum Erfahrungsaustausch bzw. Vertiefung der einzelnen diagnostischen und therapeutischen Elemente findet dreimal pro Schuljahr statt. An dieser Stelle Herrn Rektor Schönle von der Hans-Thoma-Schule Rastatt meinen herzlichen Dank dafür, dass dieses Treffen jeweils in der Aula seiner Schule stattfinden kann.

Da jede dieser Schulen andere Schwerpunkte hat und auch andere zeitliche Vorgaben, ist unter anderem ein Ziel zu erarbeiten, wann und in welcher Form diese Übungselemente am besten in den schulischen Alltag integriert werden können (s.u.). Zum Beispiel können die Fingerübungen nach Padovan an den Beginn des Unterrichtes gestellt werden. Diese ein bis zwei Minuten „stehlen“ kaum Zeit, ganz im Gegenteil: Sie sorgen sogar dafür, dass die Klasse konzentrierter und ruhiger wird. Die Kreuzmusterübungen können als Herausforderung im Sportunterricht durchgeführt werden. Die akustischen Wahrnehmungsübungen kann man in den Musikunterricht oder auch in den Fremdsprachenunterricht integrieren. Denn ein feines Gehör erleichtert nicht nur das Musizieren, sondern auch das Erlernen von Fremdsprachen (auch wenn die Übungen insbesondere dafür gedacht sind, die Aufmerksamkeit und die Rechtschreibung zu verbessern).

Im Rahmen unseres Projektes konnten wir noch einen weiteren Plan realisieren, denn mit Musik geht alles besser! Entsprechend dieser Lebenswahrheit kam Frau Heike Schweder-Netter, eine Biologie- und Sportlehrerin aus Güglingen bei Heilbronn, auf die Idee, für die wichtigsten motorischen Übungen (Kreuzmusterübungen, liegende Acht und auch Fingerübungen nach Padovan) einen Tanz zu choreographieren. Ihr ist es gelungen, diese Übungen in eine Tanzformation zu integrieren. Hieraus wollen wir vom PSYGA einen Videofilm herstellen. Dieser Videofilm wird die Grundübungen vorstellen, aber daran anschließend auch die Tanzvariationen (eine leichtere und eine kompliziertere für höhere Klassen). Darüber hinaus wird der Film noch ein Begrüßungsritual enthalten, welches morgens in der Schule von dem jeweiligen Lehrer eingesetzt werden kann und wodurch die Kinder spielerisch zu den Padovan-Fingerübungen motiviert werden können. Die Rohbausteine des Filmes stehen. Jetzt geht es noch um die Verfeinerung, so dass wir hoffentlich nicht mehr allzu lange brauchen werden, bis die ersten Familien oder auch die ersten Schulen einen solchen Film erwerben können. Schon jetzt möchte ich mich bei Heike Schweder-Netter sehr herzlich bedanken, denn sie hat mit dieser Choreographie hervorragende Arbeit geleistet. Sinn und Zweck dieses Videos ist es, zum einen Kinder daheim über Musik und Tanz besser zu diesem Übungsprogramm motivieren zu können, aber auch zum anderen dies als sportliche Herausforderung in Schulen einzusetzen. Wie dieses Projekt angenommen wird, welche Erfahrungen wir damit gemacht haben, wird sicherlich ein Thema der nächsten PSYGA-Nachrichten sein.

 

Als Kostprobe hier der Begrüßungs- Rap:

Guten Morgen Klasse 7 A!(- - - - x x x x - )(1 1 2 2)

Guten Morgen Frau Schweder-Netter!(- - - - x x – x - )(1 1 3 3)

Habt ihr gut geschlafen,(x x x x - - )(4 4 )

habt ihr gut geträumt?(x x x x -)(5 5 )

Lasst uns schnell beginnen, (x x x x - - )(6 6 )

damit man nichts versäumt!(x – x –x -)(7 7 )

Seid ihr alle munter?(x x x x- - )(8)

Seid ihr alle wach?(x x x x - )(8)

Jetzt geht es los mit dem Biofach!(- x x – x x - - - )

                                                                  (Liegende 8)

- : lang           x : kurz

 

Die Ziffern in Klammern bedeuten die jeweiligen Padovan-Übungen)

Um nicht auf dem jetzigen Stand unserer Arbeit stehen bleiben zu müssen, benötigen wir als Förderverein finanzielle Mittel, die über die jährlichen Mitgliedsbeiträge hinausgehen. An dieser Stelle den Fördermitgliedern unser herzliches Dankeschön, denn auf diesen verlässlichen Grundstock der Mitgliedsbeiträge können wir die weiteren Aufgaben aufbauen. Auf der Einnahmenseite stehen momentan neben den Mitgliedsbeiträgen reguläre Spenden, aber auch Spenden anlässlich gehaltener Vorträge über die Psychomotorische Ganzheitstherapie. Insgesamt waren es im Verlauf des letzten Jahres sechs Vorträge (Teningen, Durmersheim, Rastatt, Berghausen, Gaggenau und Würzburg).

Wie wollen bzw. können wir nun an weitere Gelder kommen? Die eine Möglichkeit ist die der Mitgliederwerbung. Sind Sie liebe Leserin, lieber Leser denn schon Mitglied? Wenn unsere Arbeit Sie überzeugt, überlegen Sie sich diesen Schritt doch einmal. Eine Beitrittserklärung finden Sie auf der letzten Seite dieser PSYGA-Nachrichten. Es können übrigens nicht nur Personen aus Fleisch und Blut bei uns Mitglied werden, sondern auch juristische Personen, d. h. Vereine, Schulen, Kindergärten etc. Davon abgesehen: Über Spenden – groß oder klein – freuen wir uns selbstverständlich ebenfalls. Nur mit Ihrer Hilfe können wir unsere Arbeit fortführen bzw. ausbauen. Ein Anlass zu spenden muss nicht unbedingt nur die Vorweihnachtszeit sein.Zum Beispiel haben mehrere Jubilare der letzten 3 Jahre auf Geschenke verzichtet und angeregt, dass die Festgäste bzw. Gratulanten stattdessen unserem Verein etwas spenden sollten. Dies waren Hans-Dietrich Leitner, Karola Ziegler, Dr. Gerda Kannegießer, Dres. Gudrun und Moritz Veiel sowie Heidi und Hanner Unger. Ihnen gilt an dieser Stelle unser herzlicher Dank.

Oder wie wäre es, wenn Sie die Schule Ihrer Kinder oder die Schule in Ihrer Nachbarschaft, den Kindergarten oder den naheliegenden Musikverein fragen würden, ob diese bereit wären, zu Gunsten des PSYGA eine Benefizveranstaltung zu geben (sei es ein Chorabend, Konzert oder eine Theateraufführung etc.)? Da der PSYGA zusammen mit dem Kammermusikkreis Rastatt bereits einen solchen Abend organisiert und gestaltet hat (siehe in den PSYGA-Nachrichten von 2001), stehen wir gerne zur Verfügung, wenn es Fragen bezüglich der Durchführung bzw. Organisation einer solchen Veranstaltung geben sollte.

 

Als Ausblick zu diesem Thema einige Gedanken von unserer Schriftführerin Frau Gisela Kunz:

Sterntaler von Mercedes – leider nicht für uns!

Anfang des Jahres schrieb die Mercedes- Benz Niederlassung Rastatt einen Wettbewerb der guten Taten – Sterntaler – aus. Voller Eifer bewarb sich unsere Vorsitzende Frau Dr. Kannegießer-Leitner mit dem Projekt „PSYGA in der Schule“ bei diesem Wettbewerb. Wir hatten zunächst gute Aussichten auf einen Gewinnplatz, konnten uns jedoch auf  Grund der hohen Anzahl der Bewerbungen nicht behaupten. Leider waren wir nicht bei den Siegern. Die Preisgelder hätten unserem Förderverein natürlich in vielfacher Weise geholfen. Durch einen größeren Geldbetrag könnte der Verein ganz anders agieren. Wir werden weiterhin versuchen, gerade auch bei der Mercedes-Benz-Stiftung für unseren jungen Förderverein eine Spende zu erhalten, insbesondere für unser „PSYGA in der Schule“

Sie sehen also, wir sind weiterhin auf Ihre tätige Mithilfe angewiesen und freuen uns immer, wenn wir mit einer Spende bedacht werden.

 

Aus beruflichen und familiären Gründen musste ich in den letzten Wochen mehrmals längere Wegstrecken zurücklegen. Dies mache ich nur noch mit der Bahn – um meine Nerven zu schonen und auch um Zeit zu finden, z. B. zum Erstellen der PSYGA-Nachrichten! Folgende Reiseerinnerung steht zur Zeit in den Schautafeln der Züge zu lesen:

 

Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind sie schwierig.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen eine besinnliche Weihnachtszeit, einen harmonischen Jahreswechsel und für das Jahr 2003 Glück, Gesundheit und Frieden.

 

 

Ihre Dr. Christel Kannegießer-Leitner, Vorsitzende 

 

 

 

 

Nachruf

 

Karola Ziegler 

Karola Ziegler gehörte zu den Gründungsmitgliedern unseres Fördervereines. So wie es ihrer Art entsprach – dort spontan zu helfen, wo sie gebraucht wurde – sagte sie sofort zu, als es darum ging, das Projekt des Fördervereins für Psychomotorische Ganzheitstherapie zu realisieren. Ihr verdanken wir unter anderem die Idee, unser Namensungetüm mit PSYGA abzukürzen. Jeder, der Karola Ziegler kannte, weiß, mit welcher Herzlichkeit, aber auch mit welcher Gründlichkeit sie ihrer Aufgabe als Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin gerecht wurde. Sie besaß die wunderbare Gabe, auch in der Diskussion um ernste Themen, aber auch bei Planungen kommender Projekte, fröhlich und zuversichtlich an die Aufgabe heranzugehen. Wir haben viel miteinander gearbeitet und viel miteinander gelacht. Jetzt sind wir sehr traurig, dass sie im Oktober 2002 so plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde. Aber wir sind auch dankbar dafür, dass wir ihr begegnen und ihre Freundschaft genießen durften. Unser PSYGA verdankt ihr sehr viel – an Aufbauarbeit und auch an Ideen für die Zukunft. Wir werden Karola Ziegler nicht vergessen.

 

 

Nachruf

 

Margarete Hornung 

Durch ihren Schwung, ihre Lebensfreude und ihre Begeisterungsfähigkeit fiel sie mir im Französischkurs der Volkshochschule Rastatt sofort auf. Jung geblieben durch ihre Familie – Ehemann, Kinder und Enkelkinder - interessierte sich Frau Margarete Hornung sofort für die Arbeit unseres Fördervereins. Spontan wurde sie Mitglied. Sie gehörte somit zu den Mitgliedern der ersten Stunden – sprich des ersten Jahres nach Gründung des Vereins. Sie hat uns Mut gemacht und mit ihrer Anteilnahme motiviert, viele Pläne in die Tat umzusetzen. Im Januar 2002 starb Frau Hornung nach langer, geduldig und tapfer ertragener Krankheit. Wir als Förderverein haben durch ihren Tod ein Mitglied verloren, welches uns seinen Optimismus und seine Begeisterungsfähigkeit weitergab. Wir sind dankbar, dass Frau Hornung eine Zeit lang zu uns gehörte. Wir werden ihr ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

 

 

 

PSYGA-Nachrichten für das Jahr 2001 

Liebe Mitglieder und Freunde des Vereins,  

unser Förderverein besteht jetzt seit 1,5 Jahren. Da ist es Zeit, Bilanz zu ziehen, und Rückschau zu halten danach, was wir alles erreicht haben.

Zwar möchte ich an dieser Stelle niemanden mit reiner Statistik langweilen. Ein paar Zahlen zur Veranschaulichung der Aktivitäten unseres Vereins sind für Sie vermutlich trotzdem interessant: Die derzeitige Mitgliederzahl beläuft sich auf 19. An finanziellen Zuwendungen (Mitgliedsbeiträge sowie Spenden) kamen in dieser Zeit ca. 20000 DM zusammen. Auch ist über mehrere Vorträge einiges an Geld eingegangen (insgesamt ca.2300 DM). Gerade für diejenigen unter Ihnen, die nicht aus Rastatt sind oder aus zeitlichen Gründen keinen sehr engen Kontakt zu unserem Förderverein halten können, wurden diese PSYGA-Nachrichten geschaffen. Auf diese Weise kann der Vorstand wenigstens berichten, was mit diesen Geldern unterstützt wurde. Herzlichen Dank an alle Mitglieder und Spender.

Anfang des Jahres erschien im RAZ ein Artikel über unseren Verein (siehe oben). Dieser Artikel wurde allgemein sehr wohlwollend aufgenommen. Aber wir glauben nicht, dass er uns neue Mitglieder oder auch Spenden von Einzelpersonen beschert hat. Das Gleiche gilt für entsprechende Artikel in etlichen anderen Tageszeitungen quer durch Deutschland sowie für unser Vereinsinfoblatt. Doch allein schon über solche Maßnahmen bekannter zu werden, ist auch ein erstrebenswertes Ziel.

So erhielten wir vom Lions Club Rastatt daraufhin eine Spende von 3000,00 DM und von der Stiftung der Volksbank für Kultur, Kunst, Sport und Soziales Baden-Baden/ Rastatt eine Spende von 4800,00 DM. Letzter Scheck wurde anlässlich einer kleinen Feierstunde überreicht. An beide Organisationen geht an dieser Stelle nochmals unser herzlicher Dank.

 

Mit dem Stichwort „Kreuzmuster-Trainer“ bin ich nun schon bei der Ausgabenseite des Vereins, denn natürlich interessiert ja auch, was wir mit dem ganzen eingenommenen Geld gemacht haben.

Zu diesem Gerät muss ich ein wenig ausholen: Bewegungsgestörte Kinder sollten möglichst konsequent, regelmäßig und intensiv Übungen zum Erwerb des Robbens und Krabbelns durchführen, da nur so u. a. die Muskulatur kräftig genug wird, um beim Gehen den Oberkörper koordiniert aufrecht halten zu können. Eine der Übungen zum Erlernen des Krabbelns heißt Krabbelwagen-Patterning. Diese Übung wird durchgeführt, indem das Kind über einen Krabbelwagen gelegt wird, während eine Person die Arme und eine Person im Kreuzmuster dazu die Beine bewegt. Über den Kreuzmuster-Trainer kann diese Übung durchgeführt werden, indem nur ein einziger Helfer das Gerät bedient und die Bewegungen des Kindes führt. Welch enorme Erleichterung in der gesamten Organisation dies darstellt, kann man sich wohl vorstellen! Ein Vater, dessen behinderte Tochter im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie gefördert wird, hat dieses Gerät entwickelt. An dieser Stelle möchten wir uns bei Herrn Maurer sehr herzlich dafür bedanken, dass er dem Verein sowohl die Bauanleitung zur Weitergabe an betroffene Familien als auch die Genehmigung, dieses Gerät über die HWK (Hagsfelder Werkstätten der Lebenshilfe Karlsruhe) bauen zu lassen, gegeben hat. Ein Kreuzmuster-Trainer kostet über die HWK 840,00 DM, wobei allerdings die Familien jeweils selbst die Fixierungsgurte herstellen und anbringen müssen. 15 dieser Geräte wurden bis jetzt von den HWK hergestellt. Weitere 8 Bauanleitungen haben wir an handwerklich versierte Familien ausgegeben. Die Rückmeldungen durch die Familien sind bereits sehr positiv.

 

Des weiteren hat der Förderverein 8 Trainingsgeräte zur Verbesserung der akustischen Detailfunktionen (Brain Boy Universal) gekauft und verleiht diese an einzelne Familien, wobei wir von der Firma MediTECH weitere 3 dieser Geräte gespendet bekamen. Mit diesen Geräten können Kinder mit einem ADS/ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit und ohne Hyperaktivität) sowie einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche ihre Wahrnehmungsstörungen trainieren und verbessern.

 

Das Klangstudio Lambdoma hat uns ebenfalls unterstützt: Wir haben von Herrn Steinbach 18 CDs zur Samonas-Klangtherapie als Spende erhalten, die wir an Familien ausleihen können. Dies gerade auch unter dem Gesichtspunkt, dass es sinnvoll ist zunächst auszuprobieren, wie das Kind auf diese Art der Musiktherapie reagiert. Insbesondere behinderte Kinder mit Gleichgewichtsstörungen, einer Sprachentwicklungsverzögerung, aber auch Kinder mit ADS/ADHS, LRS oder Dyskalkulie profitieren von dieser Therapie. Die CDs enthalten meistens Mozartmusik, die speziell mit Obertönen angereichert ist und so schwerpunktmäßig die akustische Wahrnehmung und die darauf aufbauenden Funktionen verbessert.

 

Vom Vorstand des Fördervereins wurde jeweils der Betrag festgelegt, der als Kaution über Verrechnungsscheck für diese Trainingsgeräte bzw. CDs hinterlegt werden muss und auch für die zu entrichtende (geringe) Bearbeitungsgebühr. Auf diese Weise haben wir mit Unterstützung der Spender eine Möglichkeit geschaffen, diese Trainings-Materialien Familien, die ihr Kind im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie fördern, zukommen zu lassen.

 

Weiterer Bedarf für neue Anschaffungen ist vorhanden, sei es für eine noch größere Anzahl der hier vorgestellten Therapie- bzw. Trainingsgeräte oder auch für Geräte, deren Finanzierung uns momentan noch zu aufwendig ist.

 

Auch haben wir bis jetzt noch nicht den Schritt gewagt, eine Familie mit der Finanzierung einer Therapiehilfe, z. B. für 1 bis 2 Stunden pro Tag zu unterstützen. Denn auch wenn dies über einen Zivildienstleistenden geschähe, wäre der finanzielle Aufwand im Moment für uns als Verein noch zu hoch. Aus diesem Grund haben wir uns auch bei der Spendenaktion “Herzenssache“ (über den Saarländischen Rundfunk und über den SWR) beworben. Leider haben wir diesbezüglich in den letzten Tagen eine Absage erhalten - verbunden mit dem Trost, dass wir vielleicht über eine Art Warteschleife doch noch berücksichtigt werden können.

 

Nach wie vor müssen alle diese Patienten die Therapiekosten bezüglich der Trainingsgeräte und Cds komplett selbst tragen. Auch wenn ein solcher einzelner Betrag nicht unerschwinglich erscheint, halten wir es trotzdem für wichtig, diese Familien zu unterstützen. Denn letztendlich kommen bei der Förderung dieser Kinder viele kleine Beträge zusammen, so dass dies irgendwann die finanzielle Belastbarkeit überschreiten kann. Um in dem bisher abgesteckten Rahmen weiter helfen zu können, benötigen wir darum weiterhin die aktive (aber auch die passive Mithilfe) vieler Personen. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und auch über jede Spende. Verwaltungskosten haben wir keine, so dass alles Geld direkt den betroffenen Familien über die erwähnten Sachspenden zugute kommen kann.

 

Eines der kommenden Projekte ist eine gezielte Förderung von Regelschülern mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Lese-Rechtschreib-Schwäche und Dyskalkulie. Diese Förderung soll innerhalb der Schule (z.B. während Förderstunden oder auch im Rahmen der „verlässlichen Grundschule“) von hierin eingearbeiteten Personen durchgeführt werden. Dies hätte den Vorteil, dass auch Kinder in den Genuss dieser Therapieform kämen, deren Eltern nicht in der Lage sind, ihr Kind in einer der bestehenden Praxen zur Therapieplanerstellung vorzustellen. Wir sind gerade dabei, zusammen mit einer Grundschule das mögliche Konzept zu erarbeiten. Wann diese Projekt tatsächlich starten kann

und wie es verlaufen wird, dürfte wohl Stoff für die nächste Ausgabe der PSYGA-Nachrichten geben. Gut Ding will Weile haben!

 

Im Moment werden fast alle Aktivitäten des Vereins über in Rastatt ansässige Mitglieder bzw. Vorstandsmitglieder initiiert und durchgeführt. An dieser Stelle geht an diesen Personenkreis mein ganz herzlicher Dank.

 

In der letzten Vorstandssitzung wurde beschlossen, dass wir versuchen werden, auch in anderen Städten eine Art Regionalgruppe aufzubauen. Wie sich eine solche Regionalgruppe organisieren kann und welche Aufgabe sie schwerpunktmäßig übernehmen kann, wird sich zeigen. Fakt ist, dass vor Ort lebende Personen sehr viel besser die Arbeit des Förderverein für Psychomotorische Ganzheitstherapie darstellen und so potentielle Spender von unserer Arbeit überzeugen können, als wenn dies alles von Rastatt aus geschehen soll. Wer sich für diese Art der aktiven Mithilfe interessiert, sollte sich bitte bei einem der Vorstandsmitglieder melden. Der zu erbringende zeitliche Aufwand kann selbstverständlich von jedem selbst bestimmt werden.

 

Vielleicht kennt der Eine oder die Andere ja eine Schule, Kindergarten, Verein oder ähnliche Einrichtungen, die bereits Benefiz-Veranstaltungen oder auch einen Bazar durchgeführt haben und sich vorstellen könnten, dies auch für unseren Förderverein zu tun. Ebenfalls haben manche Firmen oder Banken ein gewisses Budget für eine finanzielle Unterstützung dieser Art reserviert. Allein schon die Vermittlung solcher Kontakte wäre für uns sehr hilfreich.

 

 

 

 

Es grüßt in herzlicher Verbundenheit mit den besten Wünschen für eine harmonische Vorweihnachtszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein friedliches Neues Jahr der Vorstand des Fördervereins für Psychomotorische Ganzheitstherapie

 

i. A. Dr. med. C. Kannegießer-Leitner, Vorsitzende.