PSYGA-Nachrichten für das Jahr 2004

 

Die jüngste Vereinsaktivität ist noch kaum verklungen: Am 20.11.2004 fand im Daimler-Chrysler-Kundencenter Rastatt ein Benefizkonzert zu Gunsten des PSYGA statt. Es spielten der Kammermusikkreis Rastatt unter der Leitung von Peter Zimmer. Die Firma Daimler-Chrysler hat uns nicht nur die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, sondern über ihren firmeneigenen Veranstaltungskalender auch für die Werbung gesorgt.

 

Das Ergebnis dieser ganzen Bemühungen um das Benefizkonzert tut der PSYGA-Vereinskasse gut.  Erfreulicherweise kamen neben den Spenden am Konzertabend noch viele weiter aus diesem Anlass überwiesene Spenden und auch neue Vereinsmitglieder hinzu. Allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben, insbesondere jedoch dem Kammermusikkreis Rastatt unter (Leitung Peter Zimmer) zusammen mit Herrn Gerstner, Herrn Epple und Frau Le Tallec vom Mercedes-Kundencenter und natürlich der Firma Daimler-Chrysler, sei an dieser Stelle unser ganz herzlicher Dank ausgesprochen. Wie man dem nebenstehenden Bericht entnehmen kann, wurde dieses Benefizkonzert von allen Seiten sehr positiv aufgenommen. Vielleicht sind ja die erschienenen Zeitungsartikel sogar ein Einstieg dafür, dass es demnächst weitere gibt, die sich noch etwas intensiver mit unserer Arbeit beschäftigen. Unabhängig jedoch von dem Spendeneingang war es für die anwesenden Kinder sicherlich ein großes Ereignis und für die Erwachsenen schön zu erleben, dass sich Kinder auch an klassischer Konzertmusik begeistern können.

 

Erneut möchten wir mit unseren PSYGA-Nachrichten eine Art Tätigkeitsberichtals Jahresbericht über unsere Vereinsarbeit geben, damit hauptsächlich die Spender und Mitglieder wissen, was mit ihrem Geld geschehen ist. Auch möchten wir über Vereinsprojekte – wie z.B. über das bereits erwähnte Benefiz-Konzert - berichten, um so den einen oder anderen zu Ähnlichem zu motivieren.

 

Eine Information, die die veränderte Zusammensetzung des Vorstandes betrifft, vorneweg: Frau Dr. Gabriele Sörgel hat aus familiären Gründen das Amt der 2. Vorsitzenden abgegeben. Denn bei Familie Sörgel gab es dieses Jahr nochmals Familienzuwachs, wozu wir vom PSYGA ganz herzlich gratulieren möchten. Gleichzeitig möchten wir uns bei Frau Dr. Sörgel für ihre Gründungsarbeit und weitere Vereinstätigkeit bedanken. Sie bleibt uns als Mitglied zum Glück erhalten und wird uns auch bei unserem Vorhaben, innerhalb des PSYGA kleinere Regionalgruppen zu schaffen, unterstützen, indem sie eine dieser Gruppen von der Leitung her übernimmt und uns in diesem Vorhaben beratend zur Seite stehen wird. Den 2. Vorsitz hat jetzt Frau Dr. Barbara Meinhardt übernommen: Frau Dr. Meinhardt lebt mit ihrer Familie in Sohren/Hunsrück und hat dort eine Arztpraxis. Wir heißen an dieser Stelle Frau Dr. Meinhardt nochmals herzlich willkommen.

 

Wiederum konnte der Personenkreis der Begünstigten ausgeweitet werden, da wir weitere Trainings- bzw. Therapiegeräte kaufen konnten und somit auch ausleihen können. Dies konnten wir auch im Jahr 2004 nur durch eingegangene Spenden und Mitgliedsbeiträgen erreichen. Hierfür möchten wir uns bei Ihnen allen bedanken!

 

Doch haben wir dieses Jahr nicht nur Einzelspenden erhalten, sondern erneut von unterschiedlichsten Aktivitäten zu Gunsten unseres Förderverein profitieren dürfen: Frau Dr. Elenore Engels aus Karlsruhe-Durlach und Herr Dr. Wolfgang Schulze aus Mainz-Gonzenheim machten uns ein ganz spezielles„Geburtstagsgeschenk“: Zu Gunsten des PSYGA verzichteten sie anlässlich ihres Geburtstages auf Geschenke. Den Jubilaren gilt unser herzlicher Dank, den wir an dieser Stelle nochmals mit den besten Wünschen für die Zukunft verbinden möchten.

 

Auch GroßfamilieKeppel aus Kandel war wieder sehr aktiv: Im Dezember 2004 mit ihrer Schupfnudelaktion und auf dem jetzigen Weihnachtsmarkt mit dem Verkauf von Waffeln. Zusätzlich haben wir ihnen noch die Einnahmen einer Kirchenkollekte am Ende einer Familienfreizeit zu verdanken. Auch bei den Teilnehmern dieser Aktionen möchten wir uns herzlich bedanken. Wer hat Lust zu ähnlichen Aktivitäten - auf Basaren, Schul- und Kindergartenfesten oder auch auf Weihnachtsmärkten?

 

 

Kommunionskindern aus Ottenau, Gemeinde St. Jodok,  650,-- € gespendet. Diese Ereignis wurde sogar in der „Gaggenauer Woche“ erwähnt. Die Scheckübergabe fand in meiner Praxis statt. Selten geht es dort so turbulent und lebhaft zu wie an diesem Nachmittag, da die Kinder im Alter von ca. 9 Jahren die unterschiedlichsten Geräte ausprobieren durften – siehe rechts und Titelseite des Heftes. So konnten sie nachvollziehen, wofür sie die Spende gegeben hatten. Ganz herzlichen Dank an diese Gruppe!

 

 

So sieht unser aktueller Stand an möglicher Förderung aus: 32 Kreuzmuster-Trainer werden zur Zeit vom PSYGA ausgeliehen und eingesetzt, die meisten in Familien, aber auch ein Gerät in einem Waisenhaus für behinderte Kinder.

Inzwischen hat der Kreuzmuster-Trainer sogar bereits in Kliniken Beachtung gefunden. Die Rückmeldung für uns durch das Klinikpersonal war positiv und eine Bestätigung dafür, dass die Vorgehensweise sehr gut geeignet ist, um das Krabbeln als Vorstufe zum Gehen auszubauen.

Diese Übung dann durchführen zu können, wenn es im Tagesplan für Mutter und Kind geschickt ist und nicht dann, wenn zusätzlich eingeteilte Helfer Zeit haben, stellt eine enorme Erleichterung in der Organisation dar. Auch haben sich bereits mehrere Familien einen solchen Kreuzmuster-Trainer ausgeliehen,um ihn sich daheim nachzubauen. Dies klappt ebenfalls sehr gut!!

 

 

Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, erlebte ich die Begeisterung meiner Mutter für ein Sprachlerngerät mit – für den sogenannten Language-Master. Dieses Gerät war damals so groß wie ein kleiner Koffer. Heute hat es nur noch die Ausmaße eines dickeren Buches. Das Prinzip ist noch identisch: Man spricht als Lehrer ein Wort oder einen Satz auf eine Magnetstreifenkarte. Diese kann durch einfaches Hindurchschieben abgehört werden. Das Kind kann dann ebenfalls – auf die andere Spur der Karte – sprechen, sich selbst kontrollieren und vergleichen. Leider ist dieser Language-Master bei vielen in Vergessenheit geraten, sodass er (wie man hin und wieder nach längerem Befragen und Suchen erfährt) in Kindergärten zwar vorhanden ist, aber wenig eingesetzt wird. Wegen seiner einfachen Bedienungsweise kann er von noch kleinen Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen oder auch von geistig behinderten Kindern zum Lesetraining weitgehend selbständig eingesetzt werden. Der PSYGA hat inzwischen 3 dieser Geräte in Einsatz – mit guter Resonanz.

 

Die Anzahl der Brain-Boy-Universal (siehe Bild) hat sich auf 70 erhöht – in der Standardausgabe zum Training der optischen und akustischen Detailfunktionen (Basisfunktionen) als wichtigste Grundlage zur Verbesserung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche oder von Aufmerksamkeitsstörungen. Da es jedoch immer wieder Kinder gibt, deren Beeinträchtigungen für diese Standardausgabe zu stark sind, hat die Firma Medi-TECH auf unseren Wunsch hin ein Programm entwickelt, mit dem man die Standardausgabe „verlangsamen“ kann. Die ersten dieser „langsamen Brain-Boy-Universal“ (6 an der Zahl) sind gerade eben verliehen worden. Es ist davon auszugehen, dass die hiermit trainierenden Kinder nach einer gewissen Zeit auf die Standardausgabe überwechseln können und sich in dieser Zeit nicht nur ihre Basisfunktionen, sondern ihre Alltagsschwierigkeiten – sei es sprachlicher oder schulischer Art – verbessert haben.

Wie gut die meisten Kinder an ihrem Trainingsprogramm mitarbeiten, kann man daran ersehen, dass in den letzten Monaten etliche Kinder mit guten bis zufriedenstellenden Noten in Rechtschreibung und inzwischen gutem Lesevermögen ihr Training beenden konnten. Kinder, die gut trainieren, ihre Basisfunktionen verbessern konnten, aber doch noch Schwierigkeiten in den Grundfertigkeiten in der Schule oder auch in ihrem Verhalten haben, können dann auf die Arbeit mit dem Lateraltrainer umsteigen.

Hiervon haben wir inzwischen 10 Geräte, die jeweils für 3 Monate ausgeliehen werden. Wegen der hohen Kosten eines solchen Gerätes ist eine längere Ausleihphase am Stück nicht möglich. Aber auch so kann eine deutliche Verbesserung in der Hörverarbeitung und somit auch im Lesevermögen und in der Rechtschreibung erreicht werden. Natürlich gibt es nach einer gewissen Warteschleife die Möglichkeit für Wiederholungsphasen. Unser Ziel ist, durch die Anschaffung weiterer Geräte die Wartezeit hierauf zu reduzieren und die Benutzerdauer verlängern zu können.

 

 

Weitere Geräte, die inzwischen zum Fundus des PSYGA gehören (z. B. Therapierampen zum Erlernen des Robbens, Krabbelwagen oder auch Überkopfleiter o. ä.) wurden uns von Familien geschenkt, die diese Geräte nicht mehr benötigen, da die Kinder die entsprechenden Fertigkeiten erworben haben

 

The Nice and Swedish Watering-Can-Ladder in a Bowling Videofilm

Was verbirgt sich hinter diesem Namen?: Ein vom PSYGA gedrehter Videofilm mit den wichtigsten motorischen Übungen - auf Musik oder auf Gedichte – zur Verbesserung der Zusammenarbeit beider Gehirnhälften und der Fingergeschicklichkeit. Dieser Videofilm soll zur Motivation der Kinder dienen – denn mit Musik geht alles besser. Wir geben ihn ab an Familien, die bereits in die Psychomotorische Ganzheitstherapie eingearbeitet sind, aber auch an Kindergärten, Schulen oder auch Therapeuten, die bereits mit der Psychomotorische Ganzheitstherapie arbeiten. Übrigens: Wer als erster herausfindet, wie dieser Film zu seinem Namen gekommen ist und uns dies schriftlich mitteilt, erhält als Geschenk eine private Aufnahme unseres Benefizkonzertes mit „Peter und der Wolf“.

 

Im April 2005 besteht der PSYGA 5 Jahre. Auch wenn wir dieses kleine Jubiläum nicht in besonderer Art begehen werden, kann trotzdem ein gewisser Rückblick erlaubt sein: Wir arbeiten zwar verteilt über ganz Deutschland, aber trotzdem eher im Kleinen. Inzwischen sind es ca. 200 Kinder geworden, die in ihrem Training von der Arbeit des PSYGA – und somit auch von Ihren Spenden und Mitgliedsbeiträgen – profitiert haben und noch profitieren. Diese positive Entwicklung freut uns ganz besonders auch deswegen, da wir immer akzeptieren müssen, dass unsere Arbeit wenig zur Effekthascherei geeignet ist. Denn wir können zwar von deutlichen Erfolgen berichten – nicht nur, was unsere Vereinsarbeit, sondern auch, was die Fortschritte der Kinder anbelangt. Doch trotzdem lässt sich diese Arbeit insgesamt nicht so spektakulär darstellen wie z. B. die in Mode gekommenen Delphintherapie. Fotografien mit Kindern und Delphinen rühren eben sehr viel mehr das Herz als Fotografien von Kindern beim regelmäßigen motorischen Training (sei es Robben, Krabbeln oder auch Lauftraining) oder beim Wahrnehmungstraining mit den unterschiedlichsten Geräten. Wenn der Vergleich erlaubt ist, möchte ich formulieren: „Eltern, die ihr Kind durch ein intensives Training im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie fördern, sind die besten Delphine für ihr Kind.“

 

Bei der Vorbereitung meiner kleinen Ansprache anlässlich des eingangs beschriebenen Benefizkonzertes kam mir der Spruch von Antoine de St. Exupery in den Sinn: „Nur mit dem Herzen sieht man gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!“ So geht es wohl auch dem PSYGA, denn man sieht mit den Augen nicht die ganze Arbeit, die dahinter steckt, auch nicht den Gesamterfolg und schon gar nicht die 1000 Kleinigkeiten in der Organisation des Geräteverleihs oder auch bei der Herstellung unseres Videofilms. Aber vielleicht können Sie doch mit dem Herzen sehen, welche Erleichterung in ihrem täglichen Training die begünstigten Familien erfahren und auch welche Fortschritte hierdurch erreicht werden können. Sei es, dass ein schwerstbehindertes Kind früher als ohne diese Unterstützung krabbeln oder gar gehen lernt. Sei es, dass rechtschreibschwache Kinder bei konsequentem Hör- und Kreuzmustertraining ihre Probleme mit der Rechtschreibung nach und nach verlieren – um nur zwei Beispiele zu nennen. Darum helfen Sie uns mit Spenden oder, indem Sie Mitglied werden, oder mit Aktivitäten zu Gunsten des PSYGA.

 

Helfen Sie uns, damit wir anderen helfen können.

 

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein frohes Neues Jahr 

Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner

Für den Vorstand

 

 

 

PSYGA-Nachrichten für das Jahr 2003

Liebe Mitglieder und Freunde des Fördervereins!

Am Dienstag, den 3.12.2002 fand unsere letzte Vorstandssitzung des vergangenen Jahres statt. Hierbei besprachen wir auch verschiedene Details anlässlich der Kassenführung und der Spendenquittungen. Da fiel uns auf, dass zum ersten Mal mehrere uns (dem Vorstand) vollkommen fremde Personen dem Förderverein gespendet hatten!

Also fühlt sich inzwischen nicht nur unser Freundes- bzw. Verwandtenkreis von unseren Projekten angesprochen, sondern auch Unbeteiligte. Diese Erfahrung machte Mut.

Am Nikolaustag schließlich erhielt ich einen Anruf: Frau Keppel aus Kandel teilte mir mit, dass sie und mehrere befreundete Familien auf dem Weihnachtsmarkt Schupfnudeln verkauft hatten und den Reinerlös (400,00 €) unserem PSYGA zukommen lassen möchten!!! Ich war erfreut, gerührt und überglücklich – alles zugleich. Auf Seite 2 der in der örtlichen Zeitung hierüber erschienene Artikel.

Auch in diese Zeit fiel es, dass uns Herr Epple aus Au am Rhein mit der Nachricht überraschte, sein Vortragshonorar dieses Mal dem Förderverein für Psychomotorische Ganzheitstherapie  zu kommen zu lassen. Ebenso hält es Frau Willam aus Witten, die ihre Vortragshonorare (übrigens Vorträge über die Psychomotorische Ganzheitstherapie bei ADS/LRS-Kindern) dem PSYGA spendet. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden!!

Gegen Ende des Jahres 2003 erscheinen nun die dritte Ausgabe unserer PSYGA-Nachrichten alsÜberblick über die zurückliegenden Vereinsaktivitäten. Diese beinhaltet zum ersten Mal den Erfahrungsbericht einer Familie, die ihr Kind im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie fördert. Für alle, die auf dieses Heft per Zufall gestoßen sind, ist dies vermutlicheine nützliche Zusatzinformation, was die Psychomotorische Ganzheitstherapie überhaupt bedeutet.

Dank der Mitgliedsbeiträge und Spenden, von denen nur ein Teil eingangs erwähnt wurde, konnten wir wiederum neue Geräte erwerben und an die entsprechenden Kinder ausleihen:

27 Kreuzmuster-Trainer besitzt der Verein inzwischen. Während die Herstellung und der Versand der ersten 12 Geräte problemlos lief, mussten wir bei Nr. 13 – 27 von der Organisation her mehr als erfindungsreich sein. Denn die Hagsfelder Werkstätten der Lebenshilfe Karlsruhe lieferten uns nunmehr nur die Rohmateralien. Da es eine solche nicht gibt, natürlich ohne Bauanleitung! Meine Praxis sah für eine gewisse Zeit wie ein Holzlager aus. Die Patienten nahmen’s hin mit Gelassenheit, meine Mitarbeiterinnen und ich manchmal weniger.

Herr Bohrmann, der uns den Prototyp konstruiert hatte und uns bei dieser veränderten Situation die Geräte zusammenbauen wollte, war plötzlich schwer erkrankt. Zum Glück ist er inzwischen wieder wohlauf. Aber die Geräte konnte er aus diesem Grund eben nicht fertig stellen. Für diese Fertigstellung der Geräte konnten wir Herrn Zagyva, ebenfalls ein versierter und gut ausgerüsteter Hobby-Handwerker, gewinnen. Dieser werkelte, arbeitete sich durch kleine und große Hölzer sowie die unterschiedlichsten Platten und Schrauben durch. Er gab jedoch nicht auf, bis alle Geräte zusammengebaut und versandt waren. Sollten wir wieder neue Kreuzmuster-Trainer benötigen, werden wir diese vermutlich gänzlich in Eigenregie herstellen – mit Herrn Bohrmanns und Herrn Zagyvas Hilfe. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle Beteiligten. Die Rückmeldung durch die Familien ist wiederum überaus positiv.

Nun zu den Kindern mit minimalen Teilleistungsstörungen: Zur Intensivierung des Wahrnehmungstrainings – neben der Kreuzmusterreihe und weiteren Trainingselementen – verleiht der Förderverein derzeit 60 (!) Brain-Boy-Universal-Geräte. Zum Glück klappt bei dieser Menge die Organisation des Verleihens meistens problemlos.

Als Ergänzung des bisher ermöglichten Wahrnehmungstrainings mit dem Brain Boy Universal  möchten wir uns noch weitere spezielle Trainingsgeräte zulegen und zwar sogenannte Lateraltrainer. Hierdurch wird beim Lesen das genaue Hinhören auf das eigene gesprochene Wort im Vergleich zu dem von einer anderen Person gelesenen Text trainiert, während gleichzeitig die gehörten Signale von einer Seite zur anderen wandern. Also ist das Ziel wiederum die Verbesserung des genauen Hinhörens. Denn die zentrale auditive Verarbeitung zu verbessern, ist der Schwerpunkt des Trainings bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche und auch bei Aufmerksamkeitsstörungen. Leider ist ein solches Gerät teuer, so dass wir im November 2003 lediglich 3 bestellen konnten.

Hier kommt nun unser Anliegen: Wir suchen weiterhin Personen, die uns finanziell helfen, unsere Pläne zu verwirklichen. Wir freuen uns über jede einzelne Spende – und auch natürlich über neue Mitglieder (siehe letzte Seite).

Runde Geburtstage und andere Jubiläen sind oft der Anlass anstelle von Geschenken, sich Spenden für einen gemeinnützigen Verein zu wünschen. Schon mehrmals kamen wir in den Genuss einer solchen Aktion. Zwar waren dies fast ausschließlich Geburtstage von Vorstandsmitgliedern oder zumindest Vereinsmitgliedern – aber nicht nur. Unser PSYGA ist auf Aktionen solcher Art und auch auf einen gewissen Einfallsreichtum angewiesen. Familie Keppel hat uns schon eine Wiederholung der Schupfnudelaktion angekündigt. An dieser Stelle wiederum ein herzliches Dankeschön an diese Jubilare und auch bereits im Voraus nach Kandel.

Diese PSYGA-Nachrichten schicken wir bewusst auch an alle Familien, die sich bis jetzt ein Gerät ausgeliehen haben oder es sich gerade ausleihen. Vielleicht fällt Ihnen –ähnlich wie Familie Keppel, die für ihren Felix einen Kreuzmuster-Trainer zur Verfügung gestellt bekommen hat– eine Idee ein, die man in die Tat umsetzen kann. Schulkonzerte oder Konzerte anderer Art als Benefizkonzerte, Kindergartenbazare o.ä. wären z. B. Möglichkeiten, für den PSYGA Geld zu sammeln.

Personen, die die Entwicklung des Vereins genauer beobachten, fragen sich jetzt vielleicht: „Wie geht es dem Projekt PSYGA in der Schule und dem angekündigtem Videofilm?“ Der Film ist so gut wie fertig. Zumindest hoffen wir, dass es nicht mehr lange dauern wird. Denn der Tanz ist von Frau Kugler mit der Jazz-Gruppe ihres Tanzateliers einstudiert und auch bereits von mir gefilmt worden. Es fehlen sozusagen nur noch Kleinigkeiten. Da wir alle diese Aktivitäten neben unserem normalen Alltag auf die Beine stellen müssen, dauert eben leider manches länger als man vorher gedacht hat. Ich freue mich schon jetzt auf den Tag, an dem ich diese Filmexemplare an Frau Schweder-Netter als Dank für die Choreographie, an Frau Kugler als Dank für das Einstudieren und an die Mädels der Jazz-Gruppe als Dankeschön für ihr Mitmachen „eintüten“ kann!

 

Das nächste Treffen PSYGA in der Schulewird im Februar 2004 (um die vorweihnachtliche Terminfülle nicht noch durch eine weitere Veranstaltung zu verschärfen) stattfinden. Einladungen werden mit gesonderter Post verschickt. Selbstverständlich sind auch „neue“ Teilnehmer aus Kindergärten und Schulen herzlich willkommen!

 

Erfahrungsbericht einer Mutter

über 3 Jahre Psychomotorische Ganzheitstherapie 

Vor 3 Jahren kam unser Sohn Lars per Notkaiserschnitt 2 Monate zu früh und mit 3 Pfund viel zu leicht auf die Welt. Zusätzliche medizinische Probleme erforderten einen wochenlangen Aufenthalt auf der Intensivstation. Nach der Entlassung begannen wir sofort mit einer krankengymnastischen Behandlung nach Vojta, um motorische Beeinträchtigungen, wie sie bei Frühgeborenen oft vorkommen, gleich zu begegnen. Der Erfolg war sehr bescheiden. Mit 11 Monaten konnte er sich noch nicht in irgendeiner Weise vorwärts bewegen.

Gerade zu dieser Zeit stellten wir Lars in der Praxis von Frau Dr. Kannegießer-Leitner in Rastatt vor. Lars wurde sehr eingehend hinsichtlich seiner Fähigkeiten untersucht und ein genau auf seine Situation abgestimmtes Trainingsprogramm wurde von Frau Dr. Kannegießer-Leitner erarbeitet, detailliert erklärt und uns zur Umsetzung mitgegeben.

Psychomotorische Ganzheitstherapie bedeutete konkret eine Umstellung des Tagesablaufes, um eine dreieinhalbstündige Trainingszeit unterzubringen. Dafür mussten alle Familienmitglieder Opfer bringen, aber der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und bestärkte uns mit der Therapie fortzufahren. Bereits nach 2 Wochen Training robbte Lars durch die Wohnung, zwar noch nicht im Kreuzmuster, aber endlich war der Meilenstein des „Sich-allein-Bewegen-Könnens“ erreicht. Unterstützt von Verwandten und dem Förderverein für Psychomotorische Ganzheitstherapie konnte die Therapie mit gleichbleibender Intensität weitergeführt werden. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Förderverein, der uns völlig unbürokratisch notwendige Trainingsgeräte, wie z. B. den Kreuzmustertrainer, zur Verfügung stellte.

Nach etlichen Stunden auf diesem Kreuzmustertrainer begann Lars im Kreuzmuster zu krabbeln und schließlich auch mit 20 Monaten zu laufen. Jetzt auftretende orthopädische Probleme bezüglich der Fuß- und Beinstellung bekamen wir ebenfalls über das Team Frau Dr. Kannegießer-Leitner und Herrn Krux in den Griff. Selbst die nur langsam anlaufende Sprachentwicklung konnte durch die im Rahmen der Psychomotorischen Ganzheitstherapie durchgeführten

Samonas Klangtherapie sehr positiv beeinflusst werden.

Heute, nach 3 Jahren Psychomotorische Ganzheitstherapie, ist Lars mit knapp 4 Jahren ein fröhliches und aufgewecktes Kind. Er besucht den Regelkindergarten und hält sowohl in geistiger wie auch in sozialer und sprachlicher Hinsicht mit seinen Altersgenossen mühelos mit. Die verbliebenen Defizite im motorischen Bereich schränken ihn schon jetzt im normalen Alltagsgeschehen kaum ein und wir arbeiten daran, diese weiter zu minimieren.

Die großen Vorteile dieser Therapieform liegen für mich  darin, dass mein Kind von einer Therapeutin in geistiger, logopädischer, sozialer, ergotherapeutischer und orthopädischer Hinsicht betreut wird und ich das Übungsprogramm zu Hause durchführen kann. Jegliche Anfahrts- und Wartezeiten in den verschiedenen therapeutischen Praxen entfallen. Die gewonnene Zeit kann ich intensiv nutzen und habe außerdem die Möglichkeit, das Übungsprogramm flexibel an die Stimmung des Kindes anzupassen. Natürlich erfordert diese Therapieform, je nach Beeinträchtigung des Kindes, viel Engagement, Zeit, Kraft und Ausdauer, aber wie man es am Beispiel von Lars sieht, es lohnt sich! 

 

Deshalb möchte ich mich mit diesem Artikel bei Frau Dr. Kannegießer-Leitner dafür bedanken, dass sie uns diese wertvollen Hilfen an die Hand gibt und gleichzeitig den betroffenen Eltern Mut machen durchzuhalten. Schließlich geht es um die Verbesserung der Lebensqualität unserer Kinder.

                       

Familie Tempelfeld aus Karlsruhe

 

 

Dr. med.  Gerda Kannegießer

8. August 1912 – 1. Januar 2003 

 

 In unserer Familie zeichnete sie sich durch ein großes Harmoniebedürfnis aus. „Draußen“ dagegen, insbesondere bei ihren Bemühungen um behinderte Kinder, war sie eine Kämpfernatur. So gelang ihr mit anderen engagierten Eltern zusammen 1961 die Gründung der Lebenshilfe Karlsruhe. Diese „Gründungseltern“ erreichten durch ihr Engagement einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft: Eltern von behinderten Kindern

wurden selbstbewusster, die Entwicklung ihrer Kinder wurde nun gezielt von der Gesellschaft und dem Staat unterstützt. Für diese Tätigkeit in der Lebenshilfe Karlsruhe erhielt meine Mutter 1986 das Bundesverdienstkreuz. Ihre Tatkraft und Zivilcourage zeichneten sie in den Aufbaujahren der Lebenshilfe aus. Aber auch dann, als sie sich dafür entschied, ihre behinderte Tochter in die Obhut einer Einrichtung der Diakonie - in das Martinshaus nach Berghausen – zu geben, da genau dieses ihren Vorstellungen für das zukünftige Zuhause meiner Schwester entsprach. Bezeichnend für sie, dass sie trotzdem noch weiterhin gute und herzliche Kontakte zur Lebenshilfe pflegte.

In den Gründungsjahren der Lebenshilfe traten aktive und engagierte Eltern auf. Die Versorgung und Förderung der Behinderten wurde immer besser, ja selbstverständlicher. Immer mehr wurde vom Staat übernommen, so dass meine Mutter zunehmend häufiger hier und da eine gewisse überhöhte Anspruchsmentalität bemängelte.

Vielleicht hat sie darum ganz spontan das Projekt „Förderverein für Psychomotorische Ganzheitstherapie“ nicht für verrückt verworfen, sondern begeistert bei den ersten Planungen mitgearbeitet. Denn, wie sie aus meinem Arbeitsalltag wusste, handelt es sich hierbei ja darum, aktive und engagierte Eltern bei ihren Bemühungen um ihre Kinder zu unterstützen. Während der Arbeit an den Ideen und den bestehenden Möglichkeiten sowie der Gestaltung der Satzung, war sie einer meiner wichtigsten Diskussionspartner.

 

Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie bei der Gründungsversammlung nicht dabei sein. Aber sie hielt sich fertig gerichtet direkt neben dem Telefon auf, bis sie die Nachricht erhalten hatte, dass tatsächlich die sieben erforderlichen Gründungsmitglieder anwesend waren. Ansonsten wäre sie mit dem Taxi nach Rastatt gekommen, um die Gründung des Vereins zu ermöglichen.

 

Ihre Warmherzigkeit, ihr Optimismus und ihr Engagement wurden allseits sehr geschätzt. Bis zum Schluss lag ihr das Wohl anderer am Herzen. An dieser Stelle möchten wir uns darum bei all denen sehr herzlich bedanken, die anlässlich der Beerdingung meiner Mutter ihrer mit einer so großzügigen Spende an den PSYGA gedachten. 

 

Meine Eltern waren ein Vorbild dafür, wie man trotz eines behinderten Kindes eine glückliche Familie - denn wir sind insgesamt vier Geschwister - führen kann. Für uns vom Förderverein ist meine Mutter ein Vorbild dafür, sich für eine Sache, an die man glaubt, einzusetzen – auch wenn man anfangs dafür belächelt wird. In diesem Sinne werden wir weiter arbeiten!                                   

 

 

Dr. Christel Kannegießer-Leitner

Für den Vorstand